Fischpräparation
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Sa. 02.05.09 21:20 Verfasser: Unbekannt

Entfetten von Fischhäuten

Ich entfette die Häute meiner zu präparierenden Fische immer im Acetonbad, wobei bei grösseren Fischen der Kopf ein echtes Problem darstellt. Obwohl ich speziell bei Salmoniden die Kopfhaut und die Zunge mehrmals leicht einschneide, werden diese Stellen nie ganz fettfrei. Nach dem trocknen des Präparates fängt das Fett an auszulaufen. War das Acetonbad zu kurz (in meinem Fall 3 Wochen für die Haut einer 67 cm Forelle), oder giebt es noch eine effizientere Art Fischhäute zu entfetten? Mein zweites Problem ist, nach dem Acetonbad wässere ich die Häute kurz im Spülmittelbad, damit sie geschmeidiger werden um sie auf den Schaumstoffkörper aufzuziehen, was leider zu lasten der Haltbarkeit der Schuppen geht. Wie kann ich dem entgegenwirken? Besten Dank
Autor: Walter Dold
Zitat
Di. 16.07.13 16:58 Verfasser: Tim

Nach einigen weiteren Fischen habe ich nun bei einem Stör auch dieses Problem. Da Fische die in Spiritus konserviert/präparier wurden leider nicht tauglich sind für eine Ausschäumung mit PU-Schaum habe ich den Schädel bis in die Nasenspitze mit einer Mischung aus 1/4 Wasser und 3/4 Molto-Fill ausgefüllt. (wollte eigentlich erst Gips nehmen nur habe ich dann gehört dass Gips wohl von Zeit zu Zeit vom Fett durchsetzt wird, daher für einen Stör der recht fetthaltig ist ungeeignet) Die Haut hinterm Kopf bekahm ein Drahtgestell dass ebenfalls mit der Molto-Fill/Wasser Mischung bestricken und somit mit der Haut verbunden wurde.
Die Trocknung erfolgte wieder im Backofen nachdem der entfleischte Kopf 5 Wochen im Spiritus konservierte (unverdünnter 98%iger).
Ebenfalls wurden die Kiemen rückstandslos entfernt.
Die Lippen des Rüssels wurden ringsherum leicht aufgeschnitten, mit der Skalpellspitze ausgekratzt und mit Gips ausgespritzt.

PS: Die Barteln habe ich vor dem einlegen abgetrennt, deren Sitz mit Nadeln markiert und die Barteln selbst auf jeweils auf eine Nadel aufgefädelt und zwischen 2 Holzplättchen ebenfalls mit in den Spiritus eingelegt...nach dem Prozess habe ich die Barteln wieder an die "alten" Stellen gesteckt.

Durch die gründliche Arbeit wie z.B entschleimen, entfetten und trocknen war eine Colorierung nicht notwendig.

PS: Aus dem Huchen den ich oben genannt hatte in meinem Post davor tritt bis heute kein Fett aus geschweige irgendwelche unangenehmen Gerüche...

Das Ergebniss kann sich mehr als sehen lassen.


Grüße
Zitat
So. 22.01.12 11:59 Verfasser: Tim

Korrektur: Im Ofen sollte eine Wärme von ca. 50°C herschen.
Zitat
So. 22.01.12 11:57 Verfasser: Tim

Versuch mal deine Köpfe auszuschäumen mithilfe von PU-Schaum.
Dabei geht schon sehr viel Flüssigkeit verloren.

Hast du mal probiert deine Salmoniden im Ofen zu trocknen?
Kopfüber in einem nicht mehr verwendeten Ofen hängen und nach 2-3h ist er trocken. Aber bitte nicht zu heiß...40°C Umluft reicht aus.
Aber bitte stell eine Schale unter den hängenden Kopf damit das Fett ordentlich aus dem Kopf ablaufen kann.

Habe auf dieser weise letztes Jahr meinen Huchen aus dem Inn präpariert und er hat kein Fett mehr was ausgelaufen ist.

Natürlich setzt dies eine gründliche Vorarbeit voraus d.h. ordentlich von Hinten her bis zur Schnauzenspitze ausräumen.

Anschließend musst du die Schrumpfungen beseitigen.
Dies ist aber sehr leicht und muss bei allen an der Luft getrockneten Präparaten gemacht werden (Ausnahme Hecht, Zander und Barsch sowie evtl. Wels).
Aber dies gehört hier nicht rein und kann in einem anderen Thema erfragt werden wem es interresiert und noch keine Ahnung darüber hat.

Gruss
Tim
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